OMNENT Natural Health

Fettsäuren

EPA & DHA

Zwei Fettsäuren. Präzise unterschieden.

Stand: 18. Oktober 2026 · 13 Quellen

Wie viel?

EFSA-Referenzwerte für Erwachsene und Schwangerschaft – mit klarer Trennung von Gesamtzufuhr und Präparat.

Was ist belegt?

Vier grosse Forschungsarbeiten zeigen, warum Population, Dosis und Formulierung entscheidend sind.

Und für Hunde?

Eigene Fütterungsgrundlagen und Studien. Menschenwerte lassen sich nicht umrechnen.

Omega‑3 ist eine Familie

EPA und DHA sind zwei langkettige Omega‑3-Fettsäuren. Ihre Herkunft, die tatsächlich enthaltene Menge und der untersuchte Zusammenhang machen den Unterschied.

EPA, DHA und ALA unterscheiden

EPA steht für Eicosapentaensäure, DHA für Docosahexaensäure. Fisch und bestimmte Mikroalgen liefern diese langkettigen Fettsäuren. Leinöl, Chiasamen und Walnüsse liefern vor allem Alpha-Linolensäure (ALA). Die Umwandlung von ALA in EPA und insbesondere DHA ist begrenzt; gleiche Milligramm-Mengen sind deshalb nicht gleichzusetzen. [2]

Ein Algenöl kann DHA allein oder EPA und DHA enthalten – die Deklaration entscheidet. [2]

Das Etikett richtig lesen

Auf der Vorderseite steht häufig die Ölmenge. Für die in diesem Profil genannten EPA/DHA-Werte zählt aber die Summe der beiden Fettsäuren pro Tagesportion. Auch die Angabe Gesamt-Omega‑3 kann weitere Fettsäuren einschliessen.

Fiktives Rechenbeispiel: Eine Kapsel enthält 1’000 mg Fischöl, davon 180 mg EPA und 120 mg DHA. Das sind 300 mg EPA + DHA, nicht 1’000 mg. Enthält die empfohlene Portion zwei Kapseln, beträgt die entsprechende Summe 600 mg. Dieses Beispiel erklärt nur die Deklaration; es empfiehlt keine Kapselzahl.

Vergleiche deshalb immer dieselbe Einheit: mg EPA, mg DHA und Portionsgrösse. Bei einem flüssigen Öl ist zusätzlich entscheidend, auf wie viele Milliliter sich die Angaben beziehen.

Welche Frage soll die Forschung beantworten?

Eine ausreichende Ernährung, ein veränderter Blutwert und die Vermeidung eines Herzinfarkts sind unterschiedliche Ziele. Ein positiver Laborwert beweist für sich genommen keinen klinischen Nutzen. Ebenso wenig kann ein Ergebnis mit einem hoch dosierten Arzneimittel auf ein beliebiges Nahrungsergänzungsmittel übertragen werden.

Die Mensch-Perspektive verbindet Referenzwerte mit Studien zu Herz-Kreislauf-Endpunkten. Die Tier-Perspektive betrachtet die Hundefütterung und Forschung zu Arthrose. Beides bleibt in einem Stoffprofil zusammen, mit klar erkennbaren Geltungsbereichen.

EPA und DHA beim Menschen

Für die alltägliche Versorgung, besondere Lebensphasen und eine medizinische Behandlung gelten unterschiedliche Überlegungen. Eine einzelne Omega‑3-Zahl kann diese Fragen nicht beantworten.

Wie viel Omega‑3 sollte man aufnehmen?

EFSA-Orientierung: tägliche Aufnahme aus der gesamten Ernährung
SituationReferenzwertWas das bedeutet
Gesunde Erwachsene250 mg EPA + DHA zusammenAngemessene Zufuhr (AI), keine zusätzliche Kapseldosis [1]
Schwangerschaft & StillzeitZusätzlich 100–200 mg DHAZusätzlich zur Erwachsenen-Zufuhr von EPA + DHA [1]
Über 6 bis unter 24 Monate100 mg DHAErnährungsreferenz; keine Anleitung, Säuglingen Erwachsenenpräparate zu geben [1]

Wann lohnt sich ein genauer Blick?

Für eine praktische Bestandsaufnahme reichen zunächst drei Angaben: die üblichen Lebensmittelquellen, die deklarierten EPA- und DHA-Mengen aller verwendeten Präparate und deren tägliche Portionsgrösse. Das schafft eine belastbarere Grundlage als die pauschale Frage nach der Anzahl Kapseln.

  • Bei wenig oder keinem Fisch: Prüfen, welche direkten EPA/DHA-Quellen die Ernährung tatsächlich enthält. Algenöl kann je nach Zusammensetzung eine entsprechende Quelle sein. [2]
  • Bei Schwangerschaft oder Stillzeit: Der zusätzliche DHA-Referenzwert ist eine eigene Fragestellung. Er ist kein Anlass, medizinische Hochdosen zu übernehmen. [1]
  • Bei diagnostizierten Fettstoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Ernährungsversorgung und Arzneimitteltherapie getrennt mit der behandelnden Praxis einordnen. Die unten beschriebenen Studien sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung.
  • Im höheren Alter: Entscheidend sind Ernährung, Erkrankungen und Medikamente. Alter allein begründet keine Übernahme der 4-g-Versuchsdosen aus klinischen Studien.

Versorgungswert und Gesundheitsangabe sind verschieden

In der EU gelten unter weiteren Produktbedingungen 250 mg EPA + DHA/Tag für die Angabe zur normalen Herzfunktion; die Angaben zu Gehirnfunktion und Sehkraft beziehen sich auf 250 mg DHA/Tag. Diese Bezugsgrössen sind nicht austauschbar. [3]

Solche Angaben beschreiben normale Funktionen und erlauben kein Heilungsversprechen. Für die Schweiz sind die Schweizer Zulassung und Verwendungsbedingungen massgebend. Die Veröffentlichung oder Verlinkung einer Studie macht eine gesundheitsbezogene Produktaussage nicht automatisch zulässig. [13]

Was zeigen die grossen Studien?

Die folgenden Arbeiten beantworten unterschiedliche Fragen. Ein Vergleich wird erst sinnvoll, wenn Teilnehmende, Formulierung, Dosis und gemessener Endpunkt gemeinsam betrachtet werden.

Cochrane 2020 · 86 randomisierte Studien · 162’796 Personen insgesamt

Das Gesamtbild: kein pauschaler Schutz

Ergebnis. Mehr langkettiges Omega‑3 hatte wenig oder keinen Einfluss auf Gesamtsterblichkeit und viele Herz-Kreislauf-Endpunkte; bei einzelnen koronaren Endpunkten waren kleine Vorteile möglich. Triglyceride wurden gesenkt.

Einordnung & Grenzen. Die Gesamtzahl umfasst unterschiedliche Omega‑3-Interventionen, auch ALA. Suchstand 2019; spätere Studien sind nicht vollständig enthalten. Ein veränderter Blutwert ist kein Beweis für weniger klinische Ereignisse.

Studie & Originalquelle [4] ↗

Manson et al. 2019 · 25’871 Personen · median 5,3 Jahre

VITAL: Alltagsprävention bei älteren Erwachsenen

Ergebnis. Eine tägliche 1-g-Ölkapsel mit 460 mg EPA und 380 mg DHA senkte den primären kombinierten Endpunkt aus Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärem Tod nicht statistisch signifikant gegenüber Placebo.

Einordnung & Grenzen. Untersucht wurden Personen ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung zu Beginn. Einzelne sekundäre Ergebnisse waren günstiger, rechtfertigen aber kein allgemeines Schutzversprechen. Nur eine Dosis wurde geprüft.

Studie & Originalquelle [5] ↗

Bhatt et al. 2019 · 8’179 Personen unter Statinen · median 4,9 Jahre

REDUCE-IT: Nutzen in einer definierten Patientengruppe

Ergebnis. Mit täglich 4 g Icosapent-Ethyl traten primäre Ereignisse (Herztod, Infarkt, Schlaganfall, Revaskularisation oder stationär behandelte instabile Angina) bei 17,2 % auf, mit Placebo bei 22,0 %: 4,8 Prozentpunkte absolute Differenz.

Einordnung & Grenzen. Arzneimittel aus hoch gereinigtem EPA, erhöhte Triglyceride und hohes Risiko; keine Übertragung auf gewöhnliches Fischöl. Hospitalisationen wegen Vorhofflimmern/-flattern waren häufiger (3,1 % vs. 2,1 %). Finanzierung: Amarin.

Studie & Originalquelle [6] ↗

Nicholls et al. 2020 · 13’078 Personen mit hohem Risiko unter Statinen

STRENGTH: eine andere Hochdosis-Formulierung ohne Vorteil

Ergebnis. Eine 4-g/Tag-Formulierung mit EPA und DHA zeigte keinen Vorteil gegenüber Maisöl: primäre Ereignisse 12,0 % versus 12,2 % (p = 0,84). Die Studie wurde wegen fehlender Erfolgsaussicht vorzeitig beendet.

Einordnung & Grenzen. Andere Formulierung und Vergleichsöl als in REDUCE-IT. Die Studien sind kein direkter EPA-gegen-DHA-Vergleich. Finanzierung: AstraZeneca.

Studie & Originalquelle [7] ↗

Mehr ist nicht automatisch besser

Die EFSA bestätigte im Januar 2026 für zusätzliches DHA allein einen sicheren Zufuhrwert von 1 g/Tag. Die Bewertung betrifft DHA aus Nahrungsergänzungsmitteln oder zugesetztem DHA, einschliesslich DHA-dominanter Quellen mit EPA/DHA-Verhältnis unter 0,3. Ein UL konnte mangels geeigneter Dosis-Wirkungs-Daten nicht festgelegt werden. Dieser sichere Zufuhrwert ist weder eine Einnahmeempfehlung noch ein pauschaler Wert für jedes EPA/DHA-Gemisch. [8]

Die EMA weist bei Omega‑3-Säureethylester-Arzneimitteln auf ein dosisabhängiges Vorhofflimmer-Risiko bei Menschen mit bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Risikofaktoren hin; das höchste beobachtete Risiko betraf 4 g/Tag. Das lässt sich nicht unverändert auf übliche Lebensmittelmengen übertragen. [9]

Bei Herzrhythmusstörungen, gerinnungshemmenden Medikamenten oder geplanter hoch dosierter Einnahme die Kombination ärztlich prüfen lassen. Verordnete Arzneimittel nicht aufgrund eines Wissensartikels ersetzen oder verändern. Die in Studien verwendeten Mengen sind Teil des jeweiligen Studienprotokolls.

EPA und DHA bei Hunden

Eine vollständige Diät ist anders zusammengesetzt als ein einzelnes Ergänzungsfuttermittel. Für die Beurteilung zählt die gesamte Ration des konkreten Tieres.

Wie viel für einen Hund?

FEDIAF 2025 führt für ausgewachsene Hunde im Erhaltungsbedarf keinen allgemeinen EPA/DHA-Mindestwert in der Nährstofftabelle. Für Wachstum und Reproduktion werden 0,13 g EPA + DHA je 1’000 kcal umsetzbare Energie als Mindestempfehlung für Alleinfutter aufgeführt. Das ist eine Futterkonzentration, keine zusätzliche Tagesdosis und keine Arthrose-Therapiedosis. [10]

Die Menschenreferenz von 250 mg lässt sich weder direkt übernehmen noch einfach anhand des Körpergewichts umrechnen. Für eine individuelle Rationsbeurteilung werden Gewicht, Lebensphase, Energieaufnahme, Hauptfutter und alle Ergänzungen benötigt. Die tierärztliche Praxis sollte ausserdem Erkrankungen und Medikamente kennen.

Rechenbeispiel ohne Dosierungsempfehlung: Sind 0,5 g EPA + DHA pro 1’000 kcal angegeben und werden 400 kcal dieses Futters aufgenommen, ergeben sich daraus 0,2 g beziehungsweise 200 mg. Erst danach kann beurteilt werden, ob zusätzliches Öl überhaupt sinnvoll ist.

Was ist bei Arthrose untersucht?

Barbeau-Grégoire et al. 2022 · 57 Artikel · 72 Versuche über 9 Kategorien

Übersichtsarbeit mit positiven Signalen

Ergebnis. Die Auswertung fand positive Signale für Omega‑3-angereicherte Diäten und Omega‑3-Präparate bei Arthrose. Die Gesamtzahlen umfassen alle untersuchten Kategorien, nicht allein Omega‑3.

Einordnung & Grenzen. Verschiedene Diäten, Präparate und Messverfahren. Die Autoren legen frühere Arbeiten für Tiergesundheits- und Futtermittelunternehmen offen. Ergebnisse sind nicht pauschal auf jedes Tier oder jedes Öl übertragbar.

Studie & Originalquelle [11] ↗

Hielm-Björkman et al. 2012 · 77 Hunde in der Behandlungsphase · 16 Wochen

Einzelstudie: Hauptvergleiche nicht signifikant

Ergebnis. Fischöl gegenüber Maisöl: Bei den vier primären Zielgrössen bestand kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen.

Einordnung & Grenzen. Verbesserungen innerhalb der Fischölgruppe beweisen allein keine Überlegenheit gegenüber Placebo. 71 Hunde schlossen ab. Die Untersuchung zeigt, warum Beobachtungen einzelner Halter und kontrollierte Vergleiche verschieden zu bewerten sind.

Studie & Originalquelle [12] ↗

Was gehört in eine gute Entscheidung?

  • Die deklarierten EPA- und DHA-Mengen der gesamten Ration erfassen; „Lachsöl“ allein ist keine Mengenangabe.
  • Ein Alleinfutter und ein Ergänzungsfuttermittel erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Bei einem Diätfuttermittel zuerst dessen Zusammensetzung und Anwendungsvorgaben berücksichtigen.
  • Bei Lahmheit oder Schmerzen Diagnose und Behandlung tierärztlich klären. Öl ersetzt weder Untersuchung noch Schmerztherapie.
  • Hunde-Studien nicht als Dosierungsgrundlage für Katzen verwenden. Tierart, Lebensphase und untersuchte Anwendung bleiben entscheidend.

Quellen & weiterführende Literatur

Redaktioneller Stand: 18. Oktober 2026. Ausgewählte Referenzwerte, Sicherheitsbewertungen und klinische Arbeiten, einschliesslich der EFSA-DHA-Bewertung von 2026 und FEDIAF 2025. Keine vollständige systematische Literaturrecherche. Originalquellen und Publikationsjahre sind verlinkt.

  1. [1]
    EFSA · Dietary Reference Values for fats

    Referenzwerte für EPA, DHA und ALA · 2010

  2. [2]
    NIH Office of Dietary Supplements · Omega-3 fatty acids

    Fachinformation · Formen und Quellen · Abgerufen am 18. Oktober 2026

  3. [3]
    EU · Verordnung 432/2012, Anhang: EPA/DHA

    Zulässige Angaben und Verwendungsbedingungen · Konsolidierte Fassung 2025

  4. [4]
    Abdelhamid et al. · Omega-3 intake for cardiovascular disease

    Cochrane · systematische Übersichtsarbeit · 2020

  5. [5]
    Manson et al. · VITAL: marine n−3 fatty acids

    Randomisierte kontrollierte Studie · 2019

  6. [6]
    Bhatt et al. · REDUCE-IT: icosapent ethyl

    Randomisierte Arzneimittelstudie · 2019

  7. [7]
    Nicholls et al. · STRENGTH: high-dose omega-3 fatty acids

    Randomisierte kontrollierte Studie · 2020

  8. [8]
    EFSA · Safety of supplemental docosahexaenoic acid

    Sicherheitsbewertung · veröffentlicht am 14. Januar 2026 · 2026

  9. [9]
    EMA · Omega-3-acid ethyl ester medicines and atrial fibrillation

    Arzneimittelsicherheit · Fachmitteilung · 2023

  10. [10]
    FEDIAF · Nutritional Guidelines for Cats and Dogs

    Fütterungsleitlinie · Tabellen III-3 und Erläuterungen · 2025

  11. [11]
    Barbeau-Grégoire et al. · Diets and nutraceuticals in animal osteoarthritis

    Systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse · 2022

  12. [12]
    Hielm-Björkman et al. · Fish oil in dogs with osteoarthritis

    Randomisierte kontrollierte Studie · 2012

  13. [13]
    BLV · Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben

    Schweizer Rechtsrahmen · Abgerufen am 18. Oktober 2026

Allgemeine Ernährungs- und Forschungsinformation. Referenzwerte, Sicherheitsbewertungen und Studiendosen haben verschiedene Zwecke. Keine individuelle medizinische oder tierärztliche Dosierung und kein Wirksamkeitsnachweis für ein OMNENT-Produkt.